Dog Dance

Aus dem Obedience hat sich – analog zur Kür beim Dressur-Reiten – in den USA, Kanada und Großbritannien fast zeitgleich der so genannte Freestyle entwickelt, ebenfalls eine Kür zu Musik, die inzwischen unter dem Namen „Heelwork to Music“ oder „Dog Dance“ eine eigene Hundesportart mit Prüfungsordnung und Turnieren geworden ist. Heelwork to Music (Bei-Fuß-Arbeit zu Musik) bedeutet, wie der Name schon sagt, dass der Hundeführer sich mit seinem Hund zum Rhythmus der Musik bewegt, wobei der Hund überwiegend in der Position links neben dem Hundführer bleibt oder Figuren in dessen engerer Umgebung ausführt. Beim Dog Dance sind der Freiheit der Choreografie und der Fantasie des Hundeführers (fast) keine Grenzen gesetzt. Allerdings darf – anders als in den USA – der Hund in Deutschland nicht kostümiert werden. Requisiten dagegen sind erlaubt, solange sie nicht als Spielzeug für den Hund eingesetzt werden.

Bevor an irgendwelche Aufführungen zu denken ist, lernt der Hund zunächst einmal – wieder in kleinste Schritte zerlegt – allerhand Tricks wie Slalom durch die Beine des Hundeführers (HF), Drehungen um den HF oder um die eigene Achse, vor hinter oder neben dem HF ausgeführt. Dazu kommen Sprünge z.B. über Arme und Beine des HFs, Rolle, Kriechen, Seitwärtsschritte, Gehen auf den Hinterläufen, schließlich alle Gangarten auch rückwärts und vieles mehr. Nun kann man darangehen, eine Musik auszusuchen, die der natürlichen Gangart des Hundes entspricht und vielleicht zu einer kleinen Geschichte anregt, die man mit dem Hund tanzen möchte.

Die Choreografie erarbeitet der Hundführer zuerst für sich allein (mit gedachtem Hund). Ist er sich der Wege und seiner Bewegungen sicher, nimmt er den Hund dazu. Nun kann er sich, wenn alles passt, an die Feinarbeit machen – Feinarbeit einer Kommunikation zu Rhythmus und Klang, die Mensch und Hund in Harmonie verbindet. Für kreative Menschen und Pinscher eine Herausforderung der ganz besonderen Art!

Wer sein Können in Turnieren unter Beweis stellen will, muss meist weit reisen und kann außer in verschiedenen Funklassen in drei offiziellen Klassen starten (Dauer der Musik zwischen 1,15 und 3,30 Minuten). Bewertet werden Choreographie, Dynamik, Konzept und Rhythmus (Artistische Note) sowie Ausführung, Fluss, Inhalt und Schwierigkeitsgrad (Technische Note). Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird man bestimmt einen spannenden Tag voller Anregungen und Inspirationen verbringen.